Leonore Enzmann: Fremde Blumen

Kartäuser-Nelke

Kartäuser-Nelke

Fremde Blumen

© Leonore Enzmann

Gegenüber auf der Straße
blühen Nelken in dem Garten.
Möcht’ die Blumen für die Vase,
glaub, dass sie nur darauf warten.

Möcht’ die Blüten gerne stehlen,
denn ihr Duft steigt in die Nase.
Würde zwar als Dieb dann zählen,
doch vor mir steht meine Vase.

Und es juckt mich in den Fingern,
kann die Übeltat nicht lassen.
Habe Sehnsucht nach den Dingern,
könnt mich selber dafür hassen.

Pflück sie heimlich, still und leise
in der Nacht beim Mondenschein.
Das war nicht die rechte Weise,
denn schon bald gingen sie ein.

Greife nie nach fremden Sachen,
ob nach Mädchen oder Nelken.
Könnten nicht lang Freude machen,
würden bald aus Trauer welken.

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